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Ostsee-Kreuzfahrt mit der Holland America Line Nieuw Statendam

Alle Holland America Line Erfahrungsberichte können hier nachgelesen werden.
Holland America Line Nieuw Statendam Mitternachtssonne
Holland America Line – Nieuw Statendam in der Mitternachtssonne

Es geht endlich wieder aufs Schiff! Diesmal führt mich die Reise nicht nach Norwegen (alte Reiseberichte hier zum Nachlesen) – obwohl ich es sogar ein drittes Mal gemacht hätte – sondern nach Schweden, Estland, Lettland, Finnland und Deutschland.

Obwohl es sogar erst knapp einen Monat her ist, dass ich zum zweiten Mal in Norwegen mit der Rotterdam war, kommt es mir wie eine Ewigkeit vor. Die Vorfreude ist groß und ich bin gespannt, wie es auf der Nieuw Statendam zugeht und ob mir der Kontrast von „Natur pur in malerischen Fjorden“ zu „klassischer Städtetrip“ gefällt. Diesmal wieder mit dabei: Der Patrick!

Viel Spaß beim Lesen & Bilder anschauen! Wer eine Frage hat, kann sehr gerne einen Kommentar dalassen!

Warum Holland America Line?

Holland America Line ist eine Reederei mit Hauptsitz in den USA und den Niederlanden. Das sollte nun aufgrund des Namens keine große Überraschung sein, ist aber auch ein – wenn nicht sogar DER wichtigste – Grund für meine Wahl: Im Urlaub möchte ich entspannen, Ruhe genießen und raus aus Deutschland. Von meinem zu Hause auf ein deutschsprachiges Schiff zu ziehen und ständig zu verstehen, was am Nachbartisch geredet wird – dieser Gedanke war für mich irgendwie ein Abturn! Zudem wusste ich bereits durch die erste Kreuzfahrt, dass Holland America Line einen sehr hohen Standard bietet.


Die Holland America Line „Nieuw Statendam“

Die Nieuw Statendam ist das zweite von drei Schiffen der Pinnacle Class Serie, welches seit 2018 für Holland America Line unterwegs ist. Es gibt 1.339 Kabinen unterschiedlichster Größe – von Single-Kabinen für Alleinreisende bis hin zur 120 Quadratmeter großen Pinnacle Suite. Die Rotterdam bietet somit Platz für 2.666 Gäste zuzüglich 1.053 Crewmitgliedern. An Bord gibt es 10 Speisemöglichkeiten sowie 10 Bars und Lounges. Sonstige Annehmlichkeiten: Kasino, Spa, Friseur, Fitnessstudio, Meetingräume und diverse Shops.


Warum Ostsee?

Das hat diesmal ganz einfache Gründe: Patrick muss seinen Urlaub immer relativ früh verplanen und in diesem Urlaubszeitraum ist die Kreuzfahrt „10 Tage Baltische Juwelen“ gefallen. Zudem möchte ich an dieser Stelle auch gleich noch meine Lieblingswebsite zum Buchen einer Kreuzfahrt erwähnen: Auf www.kreuzfahrtberater.de bekommt man sehr oft Bonus-Bordguthaben bei Buchung. (Für diese Werbung bekomme ich kein Geld oder sonstiges – es ist lediglich eine auf eigene Erfahrung gestützte Empfehlung!)

Wir haben unsere Kabine damals in einem Flash-Sale für sagenhafte 699 EUR pro Person bekommen! Optional haben wir dann noch das „Have-It-All“-Paket dazugebucht. Das beinhaltet bei dieser Kreuzfahrt 2 Restaurant-Gutscheine, Internet-Paket, Getränke-Paket (15 Getränke pro Tag bis zu einem Wert von 11$ oder die Differenz zahlen, falls es teurer ist), 200$ Guthaben für Landausflüge sowie alle Trinkgelder.

Holland America Line Kreuzfahrt Route
©Holland America Line Kreuzfahrt Route

Reiseverlauf

Tag 1 – Kopenhagen

Wie auch schon bei der letzten Kreuzfahrt mit Jonas, haben auch Patrick und ich uns dazu entschieden einen Tag früher anzureisen. Wir haben im Vorfeld hin- und herüberlegt: Anreise mit Flugzeug? Bahn? Fernbus? Mit Übernachtung oder ohne? Nach reiflicher Überlegung haben wir uns für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis entschieden: Anreise mit der Bahn mit Übernachtung in Kopenhagen.

Pünktlich stehen wir am Bahnhof in Wiesbaden und warten auf die Regionalbahn nach Frankfurt am Main. Alles klappt gut, auch der ICE ist ziemlich pünktlich da – doch es kommt natürlich wie es kommen musste: Plötzlich wird unser Zug – ich zitiere – „wegen einer ausgebüxten Kuh umgeleitet“. Durch diese Umleitung verlieren wir die komplette Umstiegszeit in Hamburg und der nächste Zug nach Kopenhagen kommt erst 2 Stunden später. Unsere gute Laune sinkt im Sturzflug.

Glücklicherweise kommt die erlösende Durchsage kurz bevor wir Hamburg erreichen: „Der IC nach Kopenhagen wartet auf uns am Gleis gegenüber“. Die Stimmung verbessert sich wieder! Mit Sack und Pack fallen wir aus dem einen in den gegenüberliegenden Zug. Der IC ist bereits sehr voll und obwohl wir eine Sitzplatzreservierung haben, gibt es in der obigen Gepäckablage keinen freien cm mehr für unsere riesigen Koffer. Auch im Wagen selbst gibt es keine Möglichkeit die Koffer abzustellen, also beschließen wir die letzten 5 Stunden Zugfahrt auf Klappsitzen zu verbringen.

Kurz nach 18 Uhr kommen wir schließlich völligst erschöpft nach circa 11 Stunden Zugfahrt in Kopenhagen an. Der Fußweg zum Hotel ist immerhin kurz. Nach 10 Minuten über schlechte Gehwege erreichen wir das Cabinn City. Eine Übernachtung kostet für das Doppelzimmer knapp 100 EUR. Mehr dürfte es auch nicht kosten, denn wirkt eher wie ein Hostel. Die Zimmer sind wirklich winzig und die Badezimmer sind nicht viel größer als eine Zugtoilette.

Cabinn City
Cabinn City Kopenhagen: Zimmer / Außenansicht ©Cabinn City / Badezimmer

Unser Zimmer hat das Fenster zum Hinterhof. Das hast zwar den Vorteil, dass es ruhig ist – dasfür den sehr großen Nachteil, dass den ganzen Nachmittag die Sonne reingeballert hat und unser Zimmer sich in eine kleine Sauna verwandelt hat. Zu allem Übel lässt sich das Fenster auch nur einen Spalt breit öffnen, doch mit einer sehr schmalen Hand kann man bei geöffnetem Fenster nach außen greifen und die Sicherung raushebeln, um das Fenster ganz aufzukriegen. Das ist in diesem Fall dann auch die Rettung.

Eigentlich wollte ich oben schlafen, damit jeder genug Platz hat – aber irgendwie erschien mir das Ganze als etwas unsicher; der Abstand zwischen Matratze und „Runterfallschutz“ war mir einfach zu gering. Locker wäre es möglich dort drüberzurollen und runterzufallen.

Bevor wir uns zur Ruhe betten können, treibt uns der Hunger nochmal kurz raus. Ein paar Schritte weiter gibt es das Café Kopenhag. Der unglaublich gute Geruch von Pizza lockt uns förmlich an – der Preis schreckt uns jedoch etwas ab. Für zwei Pizzen und zwei kleine Cola Zero bezahlen wir knapp 50 EUR. Ein doch recht stolzer Preis, doch die Pizza war sehr lecker und auch riesig!

Abendessen Kopenhagen
Abendessen Kopenhagen

Und um den Tag noch mit Süßkram abzuschließen, überfallen wir noch den Netto (hier natürlich Hunde-Netto) direkt gegenüber. Irgendwelche uns unbekannten Backwaren pfeifen wir uns also noch im Hotelzimmer rein. Die Kokos-Makrone ist ganz nett, dieses dreieckige Teil ist mit Marzipan, die Zimt-Schnecke war auch gut; bei den Teilen mit der Schokolade an den Enden hatte ich irgendwie gehofft, es sei auch Marzipan – doch es ist wie eine Rum-Kugel. Leider.

Glücklich durch unser Abendessen legen wir uns dann in das untere Bett und versuchen zu schlafen. Das klappt aufgrund der noch recht warmen Temperatur nicht ganz so gut. Zudem wacht man oft auf, wenn man sich umdreht und den anderen anrempelt oder umgekehrt.

Tag 2 – Einschiffung

Völlig im Eimer wachen wir beide gegen 9 Uhr auf. Von Holland America Line haben wir die Info erhalten, dass unsere geplante Check-In-Zeit 16 Uhr ist. Wir möchten daher die Zeit noch nutzen, um den Freizeitpark Tivoli zu besuchen. Dieser befindet sich direkt in der Innenstadt gegenüber des Hauptbahnhofs und bietet einige Achterbahnen, Karussells und andere Fahrgeschäfte für Jung und Alt.

Die große Ernüchterung macht sich breit, als wir am Hauptbahnhof feststellen, dass wirklich dutzende von Schulklassen wohl heute genau dieselbe Idee hatten. Den Tivoli-Besuch werfen wir somit über Bord und holen uns bei 7-Eleven nur ein kleines Frühstück und kehren zum Hotel zurück.

Nachdem wir unsere Koffer abgeholt haben, entschließen wir uns einfach zum Kreuzfahrtterminal zu fahren, denn zur Not warten wir lieber dort direkt vor Ort, als jetzt noch irgendwo in der Stadt oder im heißen Hotel, weil auch im Erdgeschoss scheinbar mit der Klimatisierung gespart wird.

Also wieder zurück zum Hauptbahnhof und zur U-Bahn-Station. Die U4 bringt einen direkt zur Endhaltestelle Orientkaj. Von dort muss man dann weiter zum Oceankaj, wo die meisten Kreuzfahrtschiffe ab- und anlegen. Zwischen den zwei Haltestellen verkehrt ein Shuttlebus, der einen in circa 15 Minuten zum Ziel bringt. Wir haben uns aufgrund des schönen Wetters und der vielen Zeit zum Laufen entschieden. Auch das ist möglich und die Strecke kann man in entspannten 30 Minuten bewältigen. Den Weg zu Fuß kann ich euch jedenfalls nicht unbedingt empfehlen. Die Wege sind teilweise etwas holprig und man verpasst auch nichts. Das einzig schöne ist mal wieder, dass man auf der Zielgeraden zum Oceankaj die Kreuzfahrtschiffe sieht und die Vorfreude steigt.

Oceankaj
Kreuzfahrtschiffe am Oceankaj

Die größte Sorge: „Wie kommen wir zum Schiff?“ ist jetzt nicht mehr da – und es war rückblickend leichter als gedacht.

Der Beschilderung folgend gehen wir zu Terminal 2, wo auch bereits viele Gäste anstehen. Wir stellen uns in die Schlange und es geht langsam aber stetig immer weiter ins Terminal 2 hinein. Die Koffer werden dann noch aufs Förderband gelegt und schließlich sind wir im Check-In-Bereich. Zu unserer eigenen Verwunderung klappt diesmal der Check-In am Foto-Terminal perfekt: Es wird ein Selfie gemacht und dadurch erkennt das System, wer man ist – vorausgesetzt man hat auch ein Foto in der Navigator-App hinterlegt.

Erster Stopp ist natürlich unsere Kabine für die Reise. Wir haben uns diesmal für eine Innenkabine entschieden, die uns von Holland America Line zugeteilt wurde.

Kabine 6174
Kabine 6174

Details zur Kabine

Größenvergleich Verandah-Kabine zur Innenkabine

Der Aufbau ist optisch zwar ähnlich, wie bei der Verandah-Kabine, sie ist jedoch etwas kleiner. Hier gibt es bspw. keine kleine Couch und statt des Stuhls am Schreibtisch, gibt es nur einen Hocker. Schmerzlich vermisst haben wir das offene Regal im Flur. Das war sehr praktisch für Hosen, Shirts und Schuhe. Ohne diese Verstaumöglichkeit, kamen wir etwas an unsere Grenzen. Selbstverständlich hängt das auch davon ab, wie viel man mitnimmt. Am Ende haben wir noch diese zwei Schubladen unter dem Bett in Beschlag genommen und die Bademäntel in den Hocker gelegt, um NOCH mehr Platz in den Schränken zu bekommen.

Lage der Kabine

Kabine 6174 befindet sich im hinteren Teil des Schiffs. Nachdem wir diese Erfahrung nun zum ersten Mal gemacht haben, würden wir das wahrscheinlich NICHT noch einmal so handhaben. Obwohl es Deck 6 ist, hört man die Motoren brummen. Wir dachten zunächst, die Klimaanlage sei an, doch war sie gar nicht. Zu dem Brummen gesellt sich außerdem auch noch eine leichte Vibration, die man im Bett durchaus spürt. Wer also leichten Schlaf hat, sollte hier hinten besser keine Kabine buchen.

Feeling ohne Fenster

Auf der einen Seite war der Balkon schon geil. Jederzeit konnte man rausgehen: Wetter und Temperatur checken; die Aussicht genießen, sich den Fahrtwind um die Nase wehen lassen. Doch am Ende des Tages ist man dort in der Kabine ja auch nur zum Schlafen! Wir haben das Fenster nicht vermisst und ab und zu einfach mal die Außenkamera auf dem Fernseher eingeschaltet.

Da unsere Reisekoffer natürlich noch einen Moment brauchen bis sie bei uns ankommen, gehen wir erstmal einen Kaffee trinken in meinem geliebten Grand Dutch Café. Der Kaffee schmeckt dort schwarz sehr gut – aber auch mit gesüßter Mandelmilch einfach ein Traum! Dazu passen herrlich ein paar Poffertjes oder ein Bossche bol. Der Bossche bol ist ein übergroßer Windbeutel mit Schokoüberzug – lecker, aber viel zu groß!

Grand Dutch Cafe 1
Grand Dutch Cafe

Nach dieser Stärkung kehren wir zurück zu unserer Kabine und dort warten schließlich unsere Koffer auf uns. Wir packen alles aus, verstauen die Koffer unter unserem Bett und ziehen unsere Badehosen an. Das wunderbare Sonnenwetter genießen wir nun noch mit einem Cocktail auf dem Promenade-Deck beim Sea-View-Pool.

Cocktails und Abfahrt
Wasser Cocktail marsch und Leinen los!

Glücklich, dass unser Urlaub nun endlich begonnen hat, liegen wir beide dort auf unseren Liegen und tanken Sonne sowie den ein oder anderen Cocktail. Zwischendurch geht es auch mal eine Runde in den Pool und die Hot Tubs. Die Stimmung ist entspannt und als wir dann ablegen kommt plötzlich so ein Animateur um die Ecke. Eigentlich immer ein eher nerviges, krampfhaftes Gute-Laune-Verbreiten. Doch Joséy (keine Garantie für eine korrekte Schreibweise) ist gar nicht so schlimm, wie gedacht. Zusammen mit Kollegen von Holland America Line gibt es einen kleinen „Wer mixt den besseren Cocktail“-Wettbewerb und eine kleine Dance-Competition. Für mutige Passagiere, die an dem Spaß teilnehmen, gibt es auch einige Gewinne abzustauben.

Abendessen im Pinnacle Grill

Gleich für den ersten Abend haben wir uns einen Tisch im Pinnacle Grill reserviert. Wir wollen uns zum Start unseres Urlaubs erstmal ein leckeres Steak gönnen.

Abendessen im Pinnacle Grill
Abendessen im Pinnacle Grill

Auf der kleinen Food-Collage sieht man unsere Auswahl. Ich starte mit der Forest Mushroom Soup, bei Patrick gab es Panko Fried Stuffed Mushroom Caps. Leider darf man auch wirklich nur zwei Vorspeise auswählen, was ich für den Preis etwas happig finde. Selbstverständlich hätte ich auch wieder liebend gerne den Clothesline Candied Bacon gehabt.

Beim Hauptgang war ich etwas hin- und hergerissen. Ich will endlich auch mal etwas Neues ausprobieren, aber habe auch Angst, dass es mir dann nicht schmeckt. Nun, ich gehe lieber auf Nummer sicher und wähle das Filet Mignon während Patrick das Risiko eingeht und das New York Strip wählt. Und ich kann an dieser Stelle sagen: Ich bin so froh, dass ich DIESES Steak NICHT genommen habe. Natürlich ist Fett auch ein klasse Geschmacksträger und für Feinschmecker ein Genuss, doch bei dem bloßen Gedanken, ich würde da auf irgendeinem Fettstreifen rumkauen – nee, bitte nicht! Auch möchte ich mein Abendessen nicht operieren und alles abschneiden, was ich nicht essen kann. Also: Wer etwas picky ist, der sollte beim Filet Mignon bleiben!

Nachdem ich bei der letzten Kreuzfahrt diesen riesigen Eiscremeberg (Not-So-Classic Baked Alaska) reingeschaufelt habe, entscheide ich mich dieses mal für eine kleines Portion Crème Brûlée. Zumindest ist das mein Gedanke. Als der Nachtisch ankommt, bin ich nervlich am Ende. Das ist einfach wieder eine exorbitant große Portion. Eine Portion, die ich mir natürlich komplett reinschaufle, denn bezahlt ist bezahlt und auch Lebensmittelverschwendung muss nicht sein. Fast schon neidisch schaue ich auf den kleinen Key Lime Pie von Patrick rüber.

Fazit Pinnacle Grill:
Mir hat leider nicht gefallen, dass man nur zwei Vorspeisen auswählen kann. Als ich dann bei den Sides für das Hauptgericht nachgefragt habe, wie viele man dort ordern darf, wurde mir mitgeteilt, dass ich theoretisch alle bestellen könnte. Wo ist da die Logik?!

Zudem wollte ich das Steak „medium“ haben. Es war aber schon eher „done“. Dem Kellner habe ich das mitgeteilt, kurz danach kam auch der Koch noch an den Tisch. Es ist natürlich immer leichter ein Stück Fleisch nochmal auf den Grill zu werfen, wenn es zu wenig durch ist – andersrum geht das leider nicht.

Am Ende ist es meckern auf hohem Niveau – denn lecker schmeckt es dort trotzdem!

Tag 3 – Seetag

Nach einem kleinen, entspannten Frühstück im Lido geht es zum ersten Pflichtprogramm auf der Kreuzfahrt: Die Informationsveranstaltung Port Profiles.

Holland America Line Port Profiles
Holland America Line: Port Profiles

Wer keine Ahnung hat, was man wo entdecken kann – also so wie wir – der bekommt hier allerhand Informationen. Allgemeine Fakten über die Länder und spezifischere Dinge über die jeweiligen Häfen. Von Hop-on-Hop-Off-Möglichkeiten, Sehenswürdigkeiten bis zu kulinarischen Besonderheiten. Bei einer gewissen Anzahl an Stopps kann diese Veranstaltung auch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wem das irgendwie nichts ist, der kann das ganze auf dem Fernseher anschauen. Dort gibt es in der gleichnamigen Rubrik Port Profiles ebenfalls kurze Videos (circa 10 Minuten) pro Hafen.

Danach gehen wir erstmal an Deck und entspannen etwas in der Sonne. Selbstverständlich springen wir auch wieder in Pool und Hot Tub. Obwohl heute logischerweise alle Passagiere an Bord sind, bemerkt man hinten am Pool-Deck nicht viel davon. Man findet ganz entspannt freie Liegen, im Pool schwimmen kaum Menschen und in den Whirlpools findet man entweder Platz mit anderen oder wartet, bis diese rausgehen.

Sonnenstunden
Pool with a view!

Pünktlich um 15 Uhr pilgern wir aber erstmal zum Afternoon Tea in den Dining-Room. Das ist mittlerweile auch so ein persönliches Highlight von uns. Aufgrund der ganztägig überall vorhandenen kulinarischen Verführung an Bord, gibt es den Afternoon Tea jedoch für uns nur einmal pro Kreuzfahrt! Wir wollen ja nicht schon wieder so viele Kilos zunehmen, wie bei der ersten Kreuzfahrt.

Afternoon Tea
Afternoon Tea

Danach geht es weiter mit dem entspannten „Nichtstun“. Doch wir wechseln den Standort und liegen nun nicht mehr draußen sondern drinnen am Pool. Dort gibt es auf Deck 10 eine Art „Séparées“: Entweder eine große Liege oder zwei einzelne Liegen; die Séparées sind dann immer mit Vorhängen voneinander abgetrennt. Leider werden hier an einigen Tagen dann auch Filme gezeigt – man sollte dies mit einplanen, denn ab circa 20 Uhr ist es dann vorbei mit der Ruhe.

Chillen am Abend mit Cocktails
Chillen am Abend mit Cocktails beim Lido Pool auf Deck 10!

So sieht dann der Ausblick aus, wenn man hier oben rumliegt. Und ich kann bestätigen: Mit Active-Noise-Cancelling-Kopfhörern kann man hier wirklich super Power-Naps machen! Die Kellner kommen auch immer mal vorbei, falls man etwas trinken möchte. Ansonsten ist die Panorama Bar nur ein paar Schritte entfernt. Mit etwas Glück haben die Barkeeper sogar gesehen, dass du dort liegst und lassen dir dein Getränk an den Platz bringen.

Lido Pool

Tag 4 – Visby

Wir haben heute einen Ausflug über Holland America Line gebucht: Stadt-Rundgang & Besuch einer Brauerei mit Beer-Tasting. Da dieser Ausflug jedoch erst gegen 13 Uhr losgeht, beschließen wir Visby bereits auf eigene Faust zu erkunden.

Bis in die Altstadt sind es nur ein paar Minuten zu Fuß!

Visby ist eine malerische mittelalterliche Stadt, die auf der schwedischen Insel Gotland liegt. Mit einer reichen Geschichte, die bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht, ist Visby eine UNESCO-Weltkulturerbestätte. Die Stadt ist bekannt für ihre gut erhaltenen Stadtmauern, die aus dem 13. Jahrhundert stammen und einen bezaubernden Charme verleihen. Die Gassen und Kopfsteinpflasterstraßen der Altstadt sind von gut erhaltenen Fachwerkhäusern und historischen Gebäuden gesäumt, die eine faszinierende Atmosphäre schaffen!

Visby
Visby

Es gibt unzählige schöne Ecken in Visby, die darauf warten erkundet und entdeckt zu werden. Die Stadtmauer ist oftmals sehr toll erhalten; manche Türme kann man auch hinaufsteigen und von dort kurz die Aussicht genießen; viele der Kirchen-Ruinen sind ebenfalls zugänglich; der botanische Garten ist auch sehr schön und lädt zum Verweilen ein. Wer hier keinen Ausflug gebucht hat, muss sich definitiv nicht langweilen!

Visby 2
Visby

Nach unserer Tour durch Visby gehen wir erstmal zurück an Bord, um dort im Lido ein gepflegtes Mittagessen einzunehmen. Schließlich geht es gleich los zum Beer-Tasting und da ist eine kleine Grundlage natürlich nicht verkehrt.

Gestärkt geht es wieder nach draußen und es geht weiter durch Visby – erstmal mit dem Bus – während ein netter Opa ein paar historische Fakten erzählt. Nördlich der Stadt werden wir rausgeworfen und es geht zu Fuß weiter. Ein paar der Sehenswürdigkeiten kennen wir von vorhin zwar schon, aber das ist wirklich nur ein Bruchteil. Am Vormittag haben wir wirklich Vollgas gegeben, um möglichst viel zu sehen – jetzt geht es im Schneckentempo zu den absoluten Highlights der Stadt. Es ist eben etwas dem Klientel angepasst.

Nach dem Stadtrundgang geht es wieder in den Bus und wir fahren zur Brauerei. Dort gibt es dann die Führung durch die Brauerei mit Brauerei- und Biergeschichte, Bierzutaten, Bierherstellung und Informationen zu den Produkten der Barlingbo-Brauerei!

Barlingbo Visby
Barlingbo-Brauerei Visby

Die Tour ist wirklich sehr interessant immer mehr bekommt man Lust auf ein kühles Bier! Lange müssen wir zum Glück nicht mehr warten und da stehen sie – die leckeren Bierchen! Natürlich kein Problem für deutsche Bürger – wir lieben Bier und trinken logischerweise auch alle aus!

Danach bin ich fix und fertig. Diese viele Bewegung an einem Tag & jetzt noch der Alkohol… Es geht zurück in den Bus, wo mir fast schon die Augen zufallen. Durch das Gewackel fühlt man sich wie ein Baby im Kinderwagen.

Bei dem nächsten Stopp bin ich jedoch schnell wieder fit. Aus dem Nichts kommt so eine richtige Straßenkatze aus dem Gebüsch und es ist wohl keine Überraschung, dass ich sofort verliebt bin. Es ist eine Katze, die wahrscheinlich schon einige Kämpfe hinter sich hatte, aber trotzdem sehr gerne gestreichelt werden will. Kein Problem! Ich bin ja da!

Katze Visby

Mit dem Bus geht nun endlich wieder nach Hause. Bereits über 10 Kilometer sind wir heute marschiert. Das schreit also nach einer Belohnung: Heute gibt es Abendessen im Tamarind. Ich freue mich schon die ganze Zeit auf den leckeren Fisch, den ich bei der letzten Kreuzfahrt mit Jonas dort gegessen habe.

Abendessen im Tamarind
Abendessen im Tamarind

Was soll ich sagen. Ich bin super traurig. Als Vorspeise habe ich auch mal wieder etwas Neues gewählt, um nicht ständig den geilen Thai Beef Salad zu essen. Stattdessen gab es die Chinese Five Spice Baby Back Ribs. Diese Marinade ist richtig lecker und eins von den 3 Rippchen ist auch gut – doch irgendwie ist an den anderen beiden nicht so richtig was dran und das was dran ist, ist nicht lecker. Nun gut – weiter zum Hauptgang. Irgendwie war das nicht der Cashew Barramundi, den ich noch vor einem Monat hatte. Da war eine leckere Knusperpanade drum und heute nicht. Geschmacklich zwar super, aber insgesamt anders. Auch der Nachtisch – Mango Posset mit Kokosnuss-Macaron – kann die ganze Sache nicht mehr retten. Kennt ihr das, wenn man sich einfach sooo sehr auf etwas freut, und dann so enttäuscht wird? Es gibt sicher schlimmeres, aber dennoch… 🙁

Cruise Love Story Part 1: Auch dieses mal lernen wir eine super tolle Bedienung kennen. Ayu ist mir schon am Vortag positiv im Lido Market beim Frühstück aufgefallen. Dort hat sie mich gefragt, ob wir an dem Tag einen Ausflug geplant hätten. Plötzlich steht sie also vor unserem Tisch im Tamarind und begrüßt uns beide. Ich weiß auch nicht, was das immer mit diesen „Tamarind-Girls“ ist – aber dort lernt man immer die lustigsten Mitarbeiter des ganzen Schiffs kennen. Wir erzählen ihr dann kurz von unserem Ausflug und dem Beer-Tasting. Ich frage aus Neugierde, was sie denn so macht, wenn sie frei hat. Ayu gesteht uns, dass sie auf jeden Fall immer in einen Supermarkt geht, um dort BBQ-Pringles zu kaufen. DAS notiere ich mir sofort – Projekt „Pringles“ ist somit initiiert.

Tag 5 – Riga

Willkommen in Riga, der wunderschönen Hauptstadt Lettlands! Hier erwartet dich eine faszinierende Mischung aus Geschichte, Kultur und lebendigem Stadtleben. Die über 800 Jahre alte Stadt Riga beeindruckt mit ihrer reichen Vergangenheit, gut erhaltenen Architektur und ihrer Lage am Ufer der Düna.

Vom Schiff bis in die Innenstadt sind es auch heute wieder nur wenige Fußminuten!
Riga
Riga

Beim Erkunden der Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, sind wir von den charmanten Kopfsteinpflasterstraßen, mittelalterlichen Gebäuden und den beeindruckenden Kirchen begeistert. Der Dom zu Riga ist ein Meisterwerk der Backsteingotik und das Wahrzeichen der Stadt.

Petrikirche Dom zu Riga
Petrikirche & Dom zu Riga

Die Jugendstilviertel der Stadt sind ein Paradies für Architekturbegeisterte und bieten eine einzigartige Kulisse für gemütliche Spaziergänge. Die Umgebung der Altstadt ist reich an gemütlichen Cafés, Restaurants und Geschäften, in denen du lokale Köstlichkeiten und handwerkliche Souvenirs entdecken kannst.

Ein Besuch in den zentralen Märkten von Riga ist wirklich ein Muss. Diese riesigen Zeppelin-Hangars bieten eine Fülle von Lebensmitteln, Handwerkskunst und typisch lettischen Produkten, die die Sinne begeistern. Wir sind genau pünktlich zur Erdbeer-Saison da und können unseren Augen kaum trauen: 2,50 EUR pro Kilogramm Erdbeeren! ZWEI EURO FÜNFZIG? Wir kaufen uns sofort ein Kilo. Pro Person.

Markt Riga
Zentralmarkt Riga

Die grünen Oasen der Stadt wie der Bastei-Hügel und der Stadtpark bieten Gelegenheit zum Entspannen und Genießen der Natur. Man kann auch eine Bootsfahrt auf der Düna unternehmen, um die Stadt aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Riga
Riga

Mit unseren Erdbeeren im Gepäck machen wir uns zurück auf den Weg zum Schiff. Wir haben wirklich großes Glück mit dem Wetter und es ist verdammt heiß. Keine Wolke am Himmel und die Sonne brutzelt auf uns herab.

Holland America Line Nieuw Statendam
Holland America Line – Nieuw Statendam

Zurück an Bord genießen wir die Ruhe, da viele der anderen Gäste noch in der Stadt unterwegs sind. Wir waschen unsere Erdbeeren ab und suchen uns zwei schöne Sonnenliegen beim Sea View Pool. Wir können uns nur schwer zurückhalten gleich die ganze Packung einzuatmen. Das sind richtig gute, leckere Erdbeeren und ich muss mich ernsthaft fragen, wann ich zuletzt solche geilen Erdbeeren gegessen habe.

Erdbeeren aus Riga
Lecker Schmackofatz!

Abendessen im Dining Room

Zum Abendessen gehen wir heute endlich mal in den Dining Room. Patrick ist nämlich eher der Fan vom Lido Market, da man sich dort ganz zwanglos selbst etwas aussuchen kann. Aber heute will ich mich einfach mal an den Tisch setzen und bedient werden!

Dining Room Nieuw Statendam
Dining Room der Nieuw Statendam

Hier die übliche Übersicht unserer Speisen. Alles ist wunderbar angerichtet und schmeckt auch dementsprechend gut. Lediglich mein Mandelkuchen ist eventuell nicht die beste Entscheidung gewesen, weil er total langweilig schmeckt. Zum Glück darf ich bei Patricks Super-Chocolate-Cake mal probieren.

Abendessen im Dining Room
Abendessen im Dining Room

Hungrig geworden? Oder hungrig geblieben?

Während „normale“ Menschen sicherlich satt und zufrieden ihrer Abendgestaltung an Bord nachgehen, überkommt uns nochmal ein kleines Hüngerchen. Aber was wäre eine Kreuzfahrt denn bitte, ohne die Möglichkeit nahezu 24/7 Essen konsumieren zu können? Richtig – für genau solche Nimmersatte gibt es von 22:30 bis 23:30 nochmal ein Late Night Buffet im Lido Market. Na Gott sei Dank!

Late Night Buffet im Lido Market
Late Night Buffet im Lido Market

Und irgendwie ist man für solche Momente ja auch im Urlaub. Es ist kurz nach halb 11 Uhr am Abend, draußen scheint gerade noch so die Sonne und man fährt sich nochmal ein paar gefüllte Eier und Lasagne rein. Die Eier haben mir im Dining Room schon gut geschmeckt – umso glücklicher bin ich also, dass ich nochmal die Chance habe, welche zu essen! Ein kleiner Nachtisch darf selbstverständlich auch nicht fehlen!

Tag 6 – Tallinn

Tallinn, die charmante Hauptstadt Estlands, ist eine faszinierende Mischung aus Geschichte und Moderne. Die Altstadt ist ein architektonisches Juwel mit gut erhaltenen mittelalterlichen Gebäuden, gotischen Kirchen und kunstvollen Jugendstilvillen.

Je nachdem von wo man die Stadt erkunden möchte, sind es diesmal paar mehr Minuten zu Fuß. Wir brauchen circa 20 Minuten bis unserem geplanten Startpunkt (Suure Rannavärava eesvärav).
Tallinn
Tallinn

Doch besonders beeindruckend ist die imposante Stadtmauer, die die Altstadt umgibt. Die gut erhaltene Verteidigungsanlage aus dem 13. Jahrhundert zieht auch uns sofort in ihren Bann und erinnert an eine Zeit längst vergangener Epochen. Ein Spaziergang entlang der Stadtmauer ermöglicht nicht nur einen Blick in die Vergangenheit, sondern bietet auch atemberaubende Ausblicke auf die malerischen Gassen und roten Dächer der Altstadt.

Stadtmauer Tallinn
Stadtmauer Tallinn

Wer auch mal außerhalb des Schiffs einen Kaffee trinken und ein gutes Stück Kuchen essen möchte, dem empfehle ich das Café Maiasmokk. Es ist eines der ältesten und renommiertesten Cafés der Stadt. Seit seiner Gründung im Jahr 1864 hat es einen besonderen Platz in der Herzen der Einheimischen und Besucher. Das Café liegt in der bezaubernden Altstadt von Tallinn und ist für seine gemütliche Atmosphäre und hausgemachten Köstlichkeiten bekannt. Das Café hat auch ein Marzipanmuseum, das einen Einblick in die Geschichte dieser süßen Leckerei bietet. Ein Besuch im Café Maiasmokk ist ein absolutes Muss für jeden, der Tallinns traditionelle Kaffeekultur erleben möchte!

Cafe Maiasmokk
Cafe Maiasmokk

Sofort verliebt habe ich mich in die lustigen Katzen-Kissen in diesem Geschäft „Lino“ (Adresse Lino, 10123 Tallinn, Estland).

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Angelika, die mir während ihres Besuchs in Tallinn ein Kissen mitgebracht hat ♥
Lino
Geschäft Lino mit vielen lustigen Kissen und Krimskram!

Auf dem Weg zurück zur Nieuw Statendam fällt mir plötzlich auch wieder „Projekt Pringles“ ein. Ich suche einen Supermarkt auf und hoffe, dass es dort die besagten BBQ-Pringles gibt und ich werde fündig. Das wird später eine lustige Überraschung!

Abendessen bei Nami Sushi

Passenderweise gibt es heute ein wenig Sushi im Nami Sushi, eins weiteren der Spezialitäten-Restaurants.

Nami Sushi
Nami Sushi

In Gegensatz zu den anderen Spezialitäten-Restaurants bezahlt man beim Nami Sushi keine „Grundgebühr“, sondern pro Teller/Essen. Hier sehe ich ein wenig verschenktes Potential, da u.a. dieselben Speisen und Getränke, wie nebenan beim Tamarind in der Karte aufgeführt sind – nur eben diesmal mit Preisen dran. Ein paar besondere Desserts bspw. hätten mich sehr gefreut. Stattdessen lese ich Mochi Ice Cream, Mango Posset und Yuzu Cheesecake. Das finde ich ein bisschen einfallslos. Auch dieselben Cocktails stehen auf der Karte. Klar, man muss nicht alles komplett variieren, aber ein paar Dinge, die es eben NUR bei Nami Sushi gibt, wäre meiner Meinung nach, ein Plus.

Cruise Love Story Part 2: Da wir bei Nami Sushi sitzen, bedient uns heute Erika (asiatische Betonung auf Eri-KA). Erika ist auch eine wirklich tolle, charmante Bedienung. Wir fragen sie, ob sie Ayu mal vorbeischicken kann. Ein paar Minuten später kommt sie zu uns an den Sushi-Tresen. Ich halte ihr einen Jutebeutel hin und sage, sie solle mal vorsichtig reingreifen. Verständlicherweise leicht verwirrt tut sie dies und ertastet die Pringles-Dose ihrer Lieblingssorte. Ich kann euch sagen, diese kleine Geste hat sie ehrlich gefreut; man hat es gesehen und gespürt! Es sind diese Erinnerungen, die im Kopf bleiben – bei ihr und bei uns beiden uns.

Tag 7 – Helsinki

Helsinki, die lebendige Hauptstadt Finnlands, vereint nordische Eleganz, reiche Kultur und beeindruckende Architektur. Die Stadt ist berühmt für ihre Mischung aus historischen Gebäuden und modernem Design, die sich in vielen Facetten zeigt.

Helsinki ist definitiv eine der anstrengenderen Städte. Vom Hafen ist es ein ganz schöner Fußmarsch bis in die Stadt. Die einzelnen Sehenswürdigkeiten können auch je nach Auswahl auch sehr weit verstreut sein.

Der Dom zu Helsinki, ist da ein beeindruckendes Meisterwerk der klassizistischen Architektur. Als eines der bekanntesten Wahrzeichen Helsinkis thront er majestätisch auf dem Senatsplatz. Die weiße Fassade, die mächtigen Säulen und die breite Treppe verleihen dem Dom eine imposante Erscheinung. Im Inneren beeindrucken die prächtigen Deckenmalereien und die eindrucksvolle Kanzel.

Dom zu Helsinki
Dom zu Helsinki

Direkt gegenüber befindet sich die Nationalbibliothek Finnlands. Diese ist ein architektonisches Juwel und ein wichtiges Zentrum für Bildung und Kultur. Das Hauptgebäude ist ein Meisterwerk der Neorenaissance und wurde von dem berühmten Architekten Carl Ludvig Engel entworfen. Die Bibliothek beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Büchern, Manuskripten und Dokumenten. Innen kann man die beeindruckende Kuppelhalle mit ihren beeindruckenden Deckenfresken bestaunen.

Nationalbibliothek
Nationalbibliothek

Ein herausragendes Beispiel für Helsinkis einzigartige Architektur ist die Temppeliaukio-Kirche, auch bekannt als Felsenkirche. Diese atemberaubende Kirche ist direkt in einen massiven Felsen gehauen und bietet ein spektakuläres Zusammenspiel aus natürlicher Schönheit und menschlicher Kreativität. Das Innere der Kirche ist mit atemberaubenden Glasfenstern und beeindruckenden Akustikeigenschaften ausgestattet, was sie zu einem beliebten Ort für Gottesdienste und Konzerte macht.

Die Felsenkirche ist nicht nur ein architektonisches Wunder, sondern auch ein spiritueller Ort, der Besucher mit seiner einzigartigen Atmosphäre fasziniert. Ob man religiös ist oder nicht, ein Besuch der Felsenkirche ist ein unvergessliches Erlebnis und zeigt, wie die moderne Architektur harmonisch in die natürliche Umgebung eingebettet werden kann.

Felsenkirche
Felsenkirche

Einen weiteren Fußmarsch entfernt befindet sich das Sibelius-Denkmal. Dies ist eine faszinierende Skulptur aus über 600 Stahlrohren, die dem berühmten finnischen Komponisten Jean Sibelius gewidmet ist. Die wellenförmige Struktur im Sibelius-Park symbolisiert Musik.

Sibelius Denkmal
Sibelius Denkmal

Und wieder haben wir schönstes Sommerwetter und nach etlichen Stunden zu Fuß in Helsinki, freuen wir uns auch wieder darauf langsam Richtung Nieuw Statendam zu pilgern. Wir sind nämlich hungrig und es gibt ein Gericht, auf welches ich mich wirklich bei JEDER Kreuzfahrt drauf freue: Die Erbsensuppe aus dem Grand Dutch Café. Dazu gibt es für mich noch einen Matjes sowie eine Broodje Kroket für Patrick.

Mittagessen im Grand Dutch Cafe
Mittagessen im Grand Dutch Cafe

Anschließend lassen wir uns dort noch einen leckeren Coffee to Go zubereiten und gehen nach ganz vorne auf Deck 5. Zur Abfahrt wurde der Bug-Bereich geöffnet. Dort beobachten wir unsere Abfahrt aus Helsinki, bevor wir schließlich auf Deck 12 gehen. Wenn man dort einen Front-Row-Sitz bekommt, kann man perfekt Lesen, Musik hören oder ein Nickerchen machen.

Abfahrt Helsinki
Abfahrt aus Helsinki

Tag 8 – Stockholm

Heute sind wir endlich in Stockholm! Stockholm ist für mich eine besondere Stadt. Ich bin vor einigen Jahren für eine Autogrammstunde extra für ein paar Tage nach Stockholm geflogen. Das mag verrückt klingen, aber was gibt es schöneres für einen Fan, persönlich mit Jonna Lee (Künstlername: ionnalee / Gründerin und Sängerin des Projekts iamamiwhoami) zu sprechen und neben ihr zu sitzen während sie sämtliche CDs und Poster unterschreibt? Ich war damals schon ein richtiger Fan-Boy – bin es sogar heute noch. Doch zurück zum Thema: Stockholm. Schon damals hat mir diese Stadt unheimlich gut gefallen und so freue ich mich wieder hier zu sein.

In der Altstadt von Stockholm, auch Gamla Stan genannt, lässt sich ein zauberhaftes Bild aus verwinkelten Gassen und zahlreichen alten, schmalen Häusern entdecken. Die malerischen Fassaden erzählen lebendige Geschichten vergangener Zeiten und versetzen einen förmlich in eine andere Ära. Die bunten Fassaden verleihen der Altstadt eine einzigartige Atmosphäre, die zum Flanieren und Entdecken einlädt. Bei jedem Schritt spürt man förmlich die Geschichte und den Charme, der die Jahrhunderte überdauert hat und Gamla Stan zu einem wahren Juwel inmitten Stockholms macht.

Stockholm
In der Mitte: Die schmalste Gasse Stockholms – Mårten Trotzigs gränd

Der königliche Palast in Stockholm ist ein beeindruckendes Schmuckstück mit prachtvoller Architektur. Vor dem Palast stehen die königlichen Wachen regungslos in ihren prunkvollen Uniformen. Ab und zu laufen sie mit strenger Disziplin auf und ab. Währenddessen lässt die brennende Sommersonne bedauerlicherweise auch das Thermometer steigen. Die Hitze umhüllt den Palast und seine Wächter, doch sie ertragen standhaft die warmen Sonnenstrahlen, ohne eine Miene zu verziehen. Hoffentlich tauschen sie ab und zu die Plätze mit den „Schatten-Wachen“.

Koeniglicher Palast
Königlicher Palast mit einer der „Schatten-Wachen“

Unweit des Palasts befindet sich noch eine kleine Bronzestatue, die man leicht übersehen kann. Der „Little Boy Looking at the Moon“ stell einen neugierigen Jungen dar, der zum Himmel aufblickt und den Mond betrachtet – das war jetzt logisch. Er lädt die Betrachter ein, sich in die Welt der Träume und Fantasie zu verlieren. Besucher hinterlassen manchmal kleine Gaben für den „Little Boy“. Von Münzen bis hin zu Blumen oder anderen liebevollen Gesten – die Besucher wollen auf ihre eigene Weise mit der Statue in Verbindung treten. Bei unserem Besuch ist er jedenfalls mit reichlich Proviant ausgestattet worden!

Little Boy Looking at the Moon
Little Boy Looking at the Moon

Wir setzen unseren Spaziergang entlang der malerischen Straße Strandvägen fort. Diese Uferpromenade ist bekannt für ihre imposanten Gebäude, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erbaut wurden. Die Häuser zeigen eine harmonische Verschmelzung aus verschiedenen architektonischen Stilen wie Jugendstil, Neorenaissance und Neobarock. Ihre prachtvollen Fassaden, aufwendigen Verzierungen und großzügigen Balkone verleihen der Straße ein majestätisches Flair.

Strandvaegen
Strandvägen

Doch unser Ziel ist das Vasa-Museum, das uns mit einer weiteren faszinierenden historischen Attraktion erwartet. Das Vasa-Museum in Stockholm ist ein wahrhaft einzigartiger Ort, der die Geschichte einer der spektakulärsten Schiffskatastrophen und deren Rettung erzählt. Im Zentrum steht das prächtige Vasa-Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert, das nach nur wenigen Minuten auf seiner Jungfernfahrt sank und mehrere Jahrhunderte auf dem Grund des Meeres verbrachte.

Mit unglaublicher Akribie wurde das Schiff geborgen und liebevoll restauriert, um es der Welt in all seiner früheren Pracht zu präsentieren. Das Vasa-Museum ist somit nicht nur ein Ort der Geschichte, sondern auch ein Ort der Bewunderung für die unermüdliche Hingabe, die dieses maritime Meisterwerk wieder zum Leben erweckt hat.

Beim Betreten des Beim Betreten des Vasa-Museums wird man förmlich überwältigt von der Größe und Pracht des Vasa-Kriegsschiffs. Auf einem Foto kommt diese Größe überhaupt nicht zur Geltung. Die Ausmaße und die filigranen Details an Deck lassen einen ehrfürchtig staunen über die Handwerkskunst vergangener Jahrhunderte. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie viel Können und Liebe zum Detail in dieses Schiff gesteckt wurde. Die Feinheit der Skulpturen, die aufwändigen Verzierungen und die sorgfältige Gestaltung der Masten und Takelage lassen einen den Atem anhalten.

Vasa Museum
Vasa Museum

Eigentlich wollen wir noch in den Freizeitpark nebenan gehen, doch leider ist die Zeit zu knapp und der Hunger bereits groß. Doch diesmal gehen wir nicht zurück aufs Schiff zum Essen. Ich habe eine Empfehlung von einer wunderbaren Person erhalten.

Wir mach uns auf den Rückweg, der zu Fuß wirklich sehr lang ist. Vom Vasa-Museum können wir unsere Nieuw Statendam schon sehen – doch wir müssen einmal komplett mit der Kirche ums Dorf gehen. Nur ein paar Meter vom Hafen entfernt, befindet sich das „Hermans“. Dieses Restaurant ist ein wahres Paradies für Veganer! Das gemütliche Restaurant bietet eine vielfältige Auswahl an köstlichen pflanzlichen Gerichten und begeistert uns mit seinem entspannten und einladenden Ambiente. Von frischen Salaten und bunten Gemüsegerichten bis hin zu leckeren Hülsenfrucht-Spezialitäten – hier kommen alle Geschmacksrichtungen auf ihre Kosten. Eine wahre Genussreise für alle, die die köstliche vegane Küche genießen möchten.

Hermans
Bestes veganes Buffet im Hermans

Neben dem wirklich leckeren Essen ist ein weiteres Highlight zweifellos die spektakuläre Aussicht über Stockholm. Bei schönem Wetter kann man einen der sehr vielen Terrassenplätzen beschlagnahmen. Essen, Wasser und Kaffee sind all-inclusive!

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken. Eine weiteren künstlerische Person aus Stockholm hat mir diesen tollen Food-Tipp gegeben. In diesem Sinne: Grüße gehen raus an Lizette Lizette! Großartige Musik, fantastisches letztes Album „Miss Gendered“ und einfach ein super lieber Mensch! Ich hoffe sehr, dass Lizette Lizette auch mal ein Konzert in Deutschland gibt. Ansonsten fliege ich einfach wieder nach Stockholm! So what! www.instagram.com/lizettelizette

Abendessen-Event „Rijsttafel“

Später am Abend erwartet uns noch das Rijsttafel Abendessen. Bei der Buchung dieses Specials wussten wir nicht was auf uns zukommen wird, also war es für uns auch eine gewisse Überraschung. Das ganze findet heute wieder im Tamarind statt. Der nette Mitarbeiter am Empfang muss schon etwas schmunzeln, als er uns sieht. Man (er)kennt uns dort mittlerweile.

Wir werden an den Tisch geführt und selbstverständlich ist unsere liebe Ayu wieder für uns zuständig. Wie studieren die Speisekarte des Abends und sind etwas erschrocken aufgrund der Anzahl an Gerichten. Schnell werden wir jedoch aufgeklärt, dass man sich nicht für irgendetwas entscheiden muss, sondern man von allem ein bisschen was bekommt.

Rijsttafel
Rijsttafel

Es geht los mit einem kleinen Salat, gefolgt von einer Suppe. Danach geht es weiter mit dem bunten Potpourri an Hauptspeisen und natürlich darf auch ein Nachtisch nicht fehlen. Aufgrund der hohen Anzahl habe ich die Speisekarte hier einfach mal hochgeladen.

Cruise Love Story Part 3: Der Moment, der mein Herz komplett zum Schmelzen bringt, ist als Ayu uns zwei kleine selbstgebastelte Origami-Ringe überreicht. Sie will uns auch unbedingt eine kleine Freude machen und das gelingt ihr. Dass sie dabei kleine Katzen-Motive gewählt hat, ist ein lustiger Zufall.
Origami Ringe von Ayu
Origami Ringe von Ayu

Tag 9 – Seetag

Endlich wieder mal ein Tag, an dem wir uns nicht so viel bewegen. Die letzten Tage haben wir immer die 20 Kilometer pro Tag geknackt. Unsere Füße freuen sich also auch mal über ein wenig Ruhe.

Nach dem Frühstück geht es erstmal in zur World Stage auf Deck 2 & 3. Dort gibt es einen Vortrag zur Thematik „A City on the Sea“, denn Kreuzfahrtschiffe werden oft als schwimmende Städte bezeichnet. Alle Funktionen einer Küstenstadt müssen auf Reisen um die Welt erfüllt werden, und unzählige Teammitglieder arbeiten zusammen, um jedes Schiff reibungslos zu betreiben. Holland America Line erweckt diese Geschichte in einer Show zum Leben. „A City on the Sea“ gewährt den Passagieren einen spannend Einblick hinter sonst verschlossene Türen. Aufgelockert durch Funfacts über die Klospülung, kurze Quizfragen, wie viele Tonnen Lebensmittel an Bord gebracht werden und amüsante Anekdoten von verschiedenen Mitarbeitern machen dies zu einem sehr kurzweiligen Vortrag.

A City on the Sea
A City on the Sea

Abendessen im Canaletto

Eine Premiere für uns. Das Canaletto hatten wir vorher nie so wirklich auf dem Schirm, doch heute ist es endlich soweit. Das Canaletto ist ein italienischen Restaurant, dessen Speisekarte viele kleinere und größere Gerichte vereint. Man kann hier also auch mehrere kleine Sachen bestellen und einfach „sharen“. Ich glaube, in einer größeren Gruppe macht das besonders viel Spaß!

Als Appetizer bekommen wir eine Art Gruß aus der Küche. Wir entscheiden uns dann für drei kleinere Vorspeisen zum Teilen sowie für jeweils ein Hauptgericht.

Canaletto
Canaletto

Oben im Bild zu sehen: Brot mit Antipasti, Grilled Calamari, Beef Carpaccio, Mozzarella Di Bufala, Veal Saltimbocca Alla Romano, Grilled New York Strip Loin, Chocolate Hazelnut Tart, Orange Blossom Ricotta Tart.

Alles war super lecker. Da braucht man nicht mehr oder weniger Worte verlieren.

Tipp: Beim Canaletto gibt es Wochentag-Specials. Schaut unbedingt vorher nach, was an welchem Tag angeboten wird, damit ihr eventuell nicht enttäuscht seid!

Tag 10 – Rostock-Warnemünde

Unser erste Stopp zurück in Deutschland und kaum sind wir angekommen, wird das Wetter schlecht. Ist es ein Zeichen? Wir sind dennoch gewillt das Schiff zu verlassen. Unter anderem aber auch, weil gerade eine Notfall-Übung für die Mitarbeiter durchgeführt wird. Es ist jedoch ein gutes Gefühl, dass eine Notfallsituation regelmäßig geübt wird.

Mit der Bahn fahren wir von Warnemünde nach Rostock in die Innenstadt. Wir wissen nicht genau, ob es am Wetter liegt oder daran, dass wir in Deutschland sind. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass ich nur ein paar Kilometer weiter in einem Dorf zur Schule gegangen bin – aber Rostock reizt zumindest mich nicht. Auch auf Patrick springt der Funke nicht ganz über.

Rostock
Rostock

Nach dem obligatorischen kleinen Stadtrundgang entscheiden wir uns wieder nach Warnemünde zurückzufahren.

Diese Idee ist auf jeden Fall gut, denn das Wetter wird zunehmend besser und eigentlich wollten wir auch kurz zum Strand. Zum Baden ist es (uns) noch viel zu kalt, doch gibt es schon einige hartgesottene Menschen, die ohne mit der Wimper zu zucken in die Ostsee rennen. Wir gehen mit dem Füßen im Wasser den Strand entlang und kältetechnisch ist das schon das höchste der Gefühle. Wir waren schon so lange nicht mehr am Strand, dass wir schon vergessen haben, wie toll sich das anfühlt.

Was sich ebenso gut anfühlt, ist ein voller Bauch! Bereits seit Tallinn spürte ich das innere Verlangen endlich wieder mal ein Fischbrötchen essen zu wollen. Diesen Wunsch erfülle ich mir dann endlich in Warnemünde.

Warnemuende
Warnemünde

Am Abend wird groß gefeiert: The German Beerfest!

Sämtliche Klischees werden bedient: Spanferkel, „German Mustard“ und Curry-Ketchup, Bratwurst, Sauerkraut, Spätzle, Kartoffelpü, Kartoffel- und Gurkensalat, Bretzeln, Berliner, Schwarzwälder Kirschtorte, Rote Grütze, Windbeutel. Überall ist blau-weiß geschmückt. Es ist zum Totlachen! Am besten ist jedoch das gute Bier! Sogar Störtebeker Schwarzbier war an Bord!

Eine Live-Blaskapelle spielt sogar beim Lido-Pool und sorgt für richtig Stimmung. Die Leute an Bord flippen aus als gäbe es kein Morgen mehr!

German Beerfest
German Beerfest

Tag 11 – Kiel

Kiel. Ja. Sicherlich hätten wir hier auch einen Ausflug mit Holland America Line buchen können, um irgendwo hinzufahren. Aber ob bspw. Lübeck jetzt wirklich eine Reise und das Geld wert ist? Wir glauben nicht. Kiel ist zumindest generell kein Stopp wert – finden wir.

Kiel
Kiel

Die Stadt ist irgendwie sehr dreckig und wirkt nicht sehr einladend. Wir gehen ein wenig durch die Innenstadt und beschließen nach einer fast schon unangenehm kurzen Zeit, dass wir zurück auf die Nieuw Statendam gehen wollen. Das Wetter ist heute wieder super und deshalb genießen wir einfach den letzten Tag auf dem Schiff in vollen Zügen.

Schließlich sind wir doch sehr froh, als die Nieuw Statendam sich neben der AIDAnova aus der engen Parklücke rausmanövriert. Während die AIDA noch auf ihre Gäste wartet, gönnen wir uns noch einen Snack vom Dive In. Der normale Hot Dog und die Burger sind nach wie vor solide. Ich habe diesmal sogar daran gedacht nach anderen Saucen für die Pommes zu fragen. Doch leider gibt es keine Joppie Sauce und auch keine „Pommes Spezial“. Ziemlich enttäuschend für eine teils holländische Marke.

Tschüss Kiel
Tschüss Kiel!

Abendessen im Tamarind

Long time no see! Unser letztes Abendessen findet natürlich bei unserer Freundin Ayu im Tamarind statt. Zu unserer Verteidigung möchte ich jedoch anmerken, dass wir ALLE Restaurant-Reservierungen bereits vor Reiseantritt getätigt haben.

Wir lassen es also nochmal richtig krachen und scherzen ein letztes Mal mit Ayu. Unsere Origami-Ringe haben wir natürlich auch wieder angezogen.

Letztes Abendessen im Tamarind
Letztes Abendessen im Tamarind

Lobster & Shrimp Gyoza, Shiitake & Tofu Spring Rolls gibt es als Vorspeise. Ich wähle endlich das Wasabi & Soy Crusted Beef Tenderloin, welches wirklich so gut ist, wie es klingt! Patrick wählt das Panang Red Curry Coconut Chicken. Als Nachtisch gibt es für mich natürlich den Yuzu Cheesecake während Patrick auf der Passion Fruit Cloud davonschwebt.

Ein Erinnerungsfoto ist bei uns Pflicht:

Ayu vom Tamarind
Ayu vom Tamarind

Und so endet unser letztes Abendessen und wir sind auf jeden Fall sehr traurig, denn Ayu werden wir wahrscheinlich nie wieder sehen. Worüber ich mich sehr ärgere ist, dass man sie zumindest hätte fragen können, ob sie bei Instagram ist. Also liebe Kreuzfahrer: Falls ihr Ayu trefft, fragt sie bitte für mich!

Tag 12 – Ausschiffung

Die Ausschiffung verläuft dieses Mal ein wenig schleppend. Wie bei allen vorherigen Reisen entscheiden wir uns selbstständig mit unseren Koffern von Bord zu gehen, anstatt auf ein gewisses Zeitfenster zu warten oder festgelegt zu sein. Es werden alle Farb-Gruppen ausgerufen und so kann man sich dann einfach irgendwann Richtung Ausgang begeben und sich mit in die Reihe stellen.

Eine gewisse Traurigkeit, dass man das Schiff jetzt verlassen muss, ist definitiv da. Die bevorstehende Rückreise mit der Bahn verschlimmert dieses Gefühl nur noch mehr. Die Realität hat uns auch schnell eingeholt, als unser Zug nach Hamburg mit Verspätung und ohne Klimaanlage ankommt. 5 Stunden Sauna-Abteil waren sehr nervenaufreibend. In Hamburg kommt es dann auch noch zu einer Verspätung bis wir schließlich irgendwo im Nirgendwo stranden. Wegen eines Feuerwehreinsatzes müssen alle Züge Richtung Süden umgeleitet werden. Das Chaos ist vorprogrammiert und long story short: Mit über zwei Stunden Verspätung kommen wir um Mitternacht endlich in Wiesbaden an. Das nächste Mal fliegen wir lieber.


Ein wenig Kritik am Schluss

Dieses Mal habe ich ein wenig mehr Kritik, was aber alles nur mein persönliches Empfinden ist:

  • Mit dem Have-It-All-Paket erhält man u.a. zwei Gutscheine für die Spezialitäten-Restaurants. Was ich dabei nicht verstehe: Wieso kann ich diese nur für Tamarind und Pinnacle Grill einlösen? Was ist mit Rudis Sel de Mer und dem Canaletto?
  • Die Sauna hat ihre besten Tage bereits hinter sich. Das Holz sieht durch den ständigen Schweiß stellenweise schlimm aus und einige Holzplanken am Boden biegen sich und sind locker. Nicht nur, dass es keinen guten Eindruck macht – es kann auch eine große Stolpergefahr darstellen.
  • Möglicherweise bin ich keine Referenz, weil ich gerne nachsalze – doch ich finde, dass bei sehr vielen Gerichten das Salz höchstens dran vorbeigelaufen ist. Im Gegensatz dazu sind die Hot Dog Würstchen dermaßen salzig, dass man danach sofort einen Liter Wasser abpumpen möchte.
  • Die Jalousien im Bereich des Lido Pools waren eine ganz schlimme Entscheidung. Sehr viele von diesen Jalousien sind bereits kaputt. Das macht keinen guten Eindruck.
  • Die Nieuw Statendam ist eigentlich kein sehr altes Schiff, doch scheinbar hat man beim Bau auch nicht daran gedacht ab und zu ein paar mehr Steckdosen zu installieren. Wer im Urlaub doch mal am Laptop arbeiten muss, muss sich seinen Platz gut aussuchen. Steckdosen sind oft Mangelware.
  • Thema Umweltschutz: Bei fast allen Getränken wurde ein Kassenbon ausgedruckt, den man unterschreiben sollte. Ich verstehe, dass man so auch mal ein paar Dollar Trinkgeld geben kann, aber wenn man sich jetzt mal überlegt, wie viele Passagiere an Bord sind und wie viele Kassenbons deswegen ausgedruckt werden. Das ist nicht sehr nachhaltig.
  • In der Männerumkleide gab es oft kaum noch Badelatschen. Uns wurde dies begründet, dass einige Gäste diese auch mal mit auf das Zimmer nehmen und deswegen größere Schlappen gerne mal fehlen. Nun, das sollte man dann mit einplanen in die Schlappen-Bestellung. Auch das System, dass die Badelatschen bereits in den Schließfächern liegen, finde ich fragwürdig. Es ist ein ständiges: Fach öffnen, leer, Fach schließen, Fach öffnen, Schuhgröße checken, zu klein, Fach schließen, Fach öffnen, leer, Fach schließen, Fach öffnen, Schuhgröße checken usw.
  • Generell war der Service bspw. im Lido leider oft weniger aufmerksam als auf der Rotterdam.

Mein Fazit

Ziemlich viel Kritik. Würde ich es trotzdem wieder Holland America Line buchen? Ja! Warum?

Viele der oben genannten Punkte sind eher Kleinigkeiten und wohl auch „Luxus-Problemchen“. Einige andere Dinge sind bestimmt Learnings, die sicher auch Holland America Line bereits gemacht hat. Außerdem bin ich gespannt, ob vielleicht sogar einige Kritikpunkte behoben sind, wenn ich das nächste Mal an Bord bin. Was schon mal bei der Musik geklappt hat, funktioniert eventuell auch mit anderen Sachen!

Es gibt aber zwei Dinge, die ich nicht mehr machen würde:

  1. Zwei Kreuzfahrten dicht hintereinander. Die erste Kreuzfahrt 2023 war im Mai – die zweite im Juni. Zwar habe ich mich sehr gefreut, doch es war insbesondere kulinarisch – zu oft ein „Hatte ich erst letztens“.
  2. Die Kabine durch die Reederei vergeben lassen. Nie. Wieder! Ich möchte bitte keine brummende Kabine mehr haben, weil man zu weiter hinten im Schiff ist.

Wie geht’s weiter?

Die nächste Kreuzfahrt ist nämlich auch wieder in Planung! Europa werden wir noch vollständig abfrühstücken, bevor es dann zu anderen Kontinenten geht. Unser nächstes Reiseziel ist Island! Auf der im Moment präferierten Route verkehrt interessanterweise auch wieder die Nieuw Statendam! Es wäre dann besonders spannend, ob sich etwas verändert hat.

Alle Holland America Line Erfahrungsberichte können hier nachgelesen werden.

Weitere Infos und Buchung unter www.hollandamerica.com

Mein Tipp wieder: Schaut immer mal bei www.kreuzfahrtberater.de vorbei. Hier gibt es oft attraktive Boni, wie bspw. extra Bordguthaben!

Fragen?

Falls jemand eine Frage hat, kann er diese gerne in die Kommentare schreiben! 🙂


Checkt auch gerne meine anderen Reiseberichte!


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